Oliver Jackson – Niemals aufgeben

Im Original – Never Retire, ein Motto, das auch bedeuten könnte: Niemals aufgeben, egal welche Herausforderungen das Leben bereithält.

Die Augen von Oliver Jackson strahlen mit einer Intensität, die nur die ersten Male hervorrufen können: Heute steht er mit Schneeschuhen auf dem Gipfel des Portlahorns. Seine Wurzeln liegen zwar im pulsierenden London, doch sein Herz hat längst eine neue Heimat in München gefunden.

Sein einladendes Lächeln lässt kaum erahnen, welche Tiefen er durchlebt hat – den tiefen Schmerz über den Verlust seiner Frau nach fast dreißig gemeinsamen Jahren, und die Leere, die der Verlust seines langjährigen Arbeitsplatzes hinterlassen hat.

Oliver Jackson aus München, fröhlich im Schnee stehend, kurz vor dem Start seiner Schneeschuhwanderung zum Portlahorn.
Oliver Jackson, geboren in London, Englischlehrer aus München, vor seiner ersten alpinen Schneeschuhtour auf das Portlahorn in Damüls.
Oliver Jackson verabschiedet sich von seinem Arbeitsplatz bei Disney und posiert neben einer fröhlichen, mannshohen Figur von Olaf Doll.
Ein Moment des Übergangs: Oliver Jackson posiert ein letztes Mal in seinem Büro bei Disney, mit einer mannshohen Figur von Olaf Doll.
Oliver Jackson aus München, fröhlich im Schnee stehend, kurz vor dem Start seiner Schneeschuhwanderung zum Portlahorn.
Oliver Jackson, geboren in London, Englischlehrer aus München, vor seiner ersten alpinen Schneeschuhtour auf das Portlahorn in Damüls.

Oliver schildert seine Eindrücke von der atemberaubenden Schneeschuhwanderung und erzählt, wie er nach Deutschland gekommen ist. Er erzählt uns von den markanten Unterschieden zwischen dem Wandern in England und in den Alpen und gibt Einblick in seine neuen beruflichen Wege, die er nach seinem Ausstieg aus der Filmbranche eingeschlagen hat.

Hoch hinaus auf das Portlahorn

Eine Schneeschuhtour mit Herausforderungen.

Elmar: Es war für dich die erste alpine Schneeschuhwanderung, wie ist es dir gegangen?

Oliver: Ich war überrascht, dass doch so viel Schnee liegt. Vergangene Woche war ich auf der Rotwand nur mit Bergschuhen, so wenig Schnee hat es dort gehabt.

Am Anfang ging es direkt steil nach oben. Für mich war es das erste Mal auf Schneeschuhen und ich fühlte eine Mischung aus Respekt und Aufregung. Jeder Schritt war eine kleine Überwindung, aber als ich mich umdrehte und das majestätische Panorama sah, wusste ich, dass alle Zweifel unbegründet waren. Es hat sich gelohnt.

Geh Technik und Gelände

Querpassagen geschickt meistern.

Oliver: Am Anfang war mir nicht klar, dass das Quergehen am Hang so seine Tücken hat.

Aber du hast mir eine Technik gezeigt, die alles erleichtert hat. Es war eine steile Lernkurve: Mit jedem Schritt wurde ich sicherer. Diese Sicherheit machte mich noch aufmerksamer für die Umgebung und den Moment.

Oliver Jackson auf Schneeschuhen lernt, in einer alpinen Winterlandschaft quer zum Hang zu gehen.
Am Hang: Oliver stellt sich der Herausforderung, mit Schneeschuhen zu queren.
Oliver Jackson auf Schneeschuhen lernt, in einer alpinen Winterlandschaft quer zum Hang zu gehen.
Am Hang: Oliver stellt sich der Herausforderung, mit Schneeschuhen zu queren.

Elmar: Die Schneeverhältnisse sind nicht zu unterschätzen – bei tiefem Pulverschnee hätten wir es sicher einfacher gehabt.

Die Schlüsselstelle

Ein Balanceakt am Steilhang.

Oliver: Sowohl das Skifahren als auch das Bergsteigen sind für mich kein Neuland – steile Hänge machen mir in der Regel keine Angst.

Wenn ich mich in der Falllinie nach unten wage, spüre ich sogar einen gewissen Nervenkitzel.

Aber heute war der Schnee anders, schwer und nass, Bedingungen, die mich zweimal überlegen ließen. Jeder Schritt barg die Gefahr des Ausrutschens, und der Gedanke, beim Abstieg auszurutschen, lastete wie ein Schatten auf meinem Mut.

Oliver Jackson erklimmt mit Schneeschuhen einen Steilhang im weichen Schnee, sichtlich erfreut über die gemeisterte Herausforderung.
Oliver Jackson am Steilhang, lächelnd über seinen Erfolg, den anspruchsvollen Aufstieg trotz des weichen Schnees gemeistert zu haben.
Oliver Jackson erklimmt mit Schneeschuhen einen Steilhang im weichen Schnee, sichtlich erfreut über die gemeisterte Herausforderung.
Oliver Jackson am Steilhang, lächelnd über seinen Erfolg, den anspruchsvollen Aufstieg trotz des weichen Schnees gemeistert zu haben.

Oliver: Aber als ich oben auf dem Steilhang stand und triumphierend die Arme in die Luft riss, fühlte ich eine Mischung aus Stolz und Erleichterung. Ich hatte nicht nur den Hang bezwungen, sondern auch meine Ängste.

Das Foto von diesem Moment wird mich immer an das Gefühl grenzenloser Freiheit erinnern, das man nur dort oben erleben kann.

Stille am Gipfel

Einzigartige Momente.

Oliver: Der Wetterwechsel, der uns am Gipfel überraschte, eröffnet mir eine neue Perspektive auf die verschneite Landschaft.

Ein unerwartetes Naturschauspiel, das mich tief berührte. Besonders bemerkenswert war die Stille, die uns umgab. Weder beim Aufstieg noch beim Abstieg begegneten wir einer anderen Seele. Diese Abgeschiedenheit, fernab der üblichen Menschenmassen, bot mir eine seltene Gelegenheit zur inneren Einkehr. In dieser unberührten Natur konnte ich innehalten und meine Batterien wieder aufladen.

Das Bild zeigt den Blick vom Gipfel des Portlahorns auf den Säntis bei trübem Wetter.
Blick auf den Säntis: Leider war das Wetter trüb, aber gerade deshalb hatte es eine besondere Stimmung.
Das Bild zeigt den Blick vom Gipfel des Portlahorns auf den Säntis bei trübem Wetter.
Blick auf den Säntis: Leider war das Wetter trüb, aber gerade deshalb hatte es eine besondere Stimmung.

Oliver: Es war, als wäre die Welt um uns herum stehen geblieben, um uns einen Moment der Ruhe und des tiefen Kontaktes mit der Umwelt zu schenken. Ein unvergleichliches Gefühl von Freiheit und Zufriedenheit erfüllte mich, ein wahrer Schatz, den ich aus diesem Abenteuer mitgenommen habe.

Elmar: Dass wir heute die Route für uns alleine hatten, lag am Wetter und den besonderen Schneeverhältnissen. Normalerweise trifft man hier viele Leute.

Eine detaillierte Tourenbeschreibung sowie Bilder mit der herrlichen Aussicht bei schönem Wetter findest du unter dem Button Mehr erfahren.

Von London in die Berge

Wie Oliver die Berge für sich entdeckte.

Elmar: Wie bist du zum Wandern gekommen?

Oliver: Meine Leidenschaft fürs Wandern hat ungewöhnliche Wurzeln, denn ich komme aus London, einer Stadt, die für vieles bekannt ist, aber sicher nicht für ihre Berge.

Meine erste wirkliche Begegnung mit der Bergwelt hatte ich als Teenager bei Wanderwochen mit meiner Tante in den atemberaubenden Dolomiten und im malerischen Zermatt. Diese Ausflüge öffneten mir die Augen für die Schönheit und Ruhe, die die Berge bieten können.

Aber noch prägender waren die Abenteuer, die ich in der Schule erlebte. Einige Lehrer führten uns in kleinen Gruppen durch die nordenglischen und walisischen Berge. Ausgestattet mit einem Zelt, einem 20 kg schweren Rucksack und durch viele eisige Nächte wurde das Wandern für mich zu einer prägenden Erfahrung im positivsten Sinne. Diese Erfahrungen legten den Grundstein für meine anhaltende Leidenschaft fürs Wandern.

Englands Berge erkunden

Zelte, Orientierung und das ganze Jahr über.

Oliver: Meine Wanderungen in den englischen Bergen haben mir eine ganz neue Perspektive auf das Abenteuer Wandern eröffnet.

In den folgenden Abschnitten tauchen wir tiefer in die Besonderheiten des Wanderns in England ein, begleitet von Fotos, die die unvergleichliche Atmosphäre dieser Touren einfangen.

Die Haytor Rocks im Dartmoor National Park, Devon, an einem sonnigen Tag mit Wanderern, die die Landschaft genießen.
Wanderer genießen die Aussicht von den Haytor Rocks, einem der spektakulärsten Orte im Dartmoor National Park.
Die Haytor Rocks im Dartmoor National Park, Devon, an einem sonnigen Tag mit Wanderern, die die Landschaft genießen.

Zelten statt Berghütten

Englands einzigartige Wanderkultur.

Oliver: Ein markanter Unterschied, der das Wandern in England von den Alpen abhebt, ist das Fehlen von Berghütten.

Während die Alpen mit ihren zahlreichen Alpenvereins- und Schutzhütten Wanderer dazu einladen, die Nacht inmitten der majestätischen Bergwelt zu verbringen, bietet die englische Landschaft diese Art der Zuflucht nicht. Wer sich in England auf mehrtägige Wanderungen begibt, steht vor der Wahl: entweder das Zelt aufzuschlagen oder ins Tal absteigen, wenn die Dämmerung hereinbricht.

Eine majestätische Landschaft, vom Great Gable aus gesehen, im Herzen von Cumberland, England.
Stolze 899 Meter hoch thront der Great Gable über dem Lake District und bietet einen atemberaubenden Blick auf das umliegende Tal.
Eine majestätische Landschaft, vom Great Gable aus gesehen, im Herzen von Cumberland, England.
Stolze 899 Meter hoch thront der Great Gable über dem Lake District und bietet einen atemberaubenden Blick auf das umliegende Tal.

Oliver: Diese Besonderheit verlangt nicht nur eine sorgfältige Planung und Vorbereitung, sondern verleiht dem Wandern auch einen Hauch von Abenteuer und Ursprünglichkeit. In der Stille eines englischen Tals oder auf einer abgelegenen Höhe zu zelten, unter einem Sternenhimmel, der sich weit und ungestört über einen spannt, schafft eine Verbindung zur Natur, die in ihrer Einfachheit und Direktheit unvergleichlich ist.

Orientierung

Englands Pfade selbst entdecken

Oliver: Ein weiterer wesentlicher Unterschied, der das Wandern in England von den gut markierten Wegen in den Alpen unterscheidet, ist das weitgehende Fehlen von Wegweisern.

In den Alpen begleitet einen auf Schritt und Tritt ein Wegweiser, der nicht nur die Richtung, sondern auch die Gehzeit bis zum nächsten Ziel oder einer Schutzhütte angibt. Diese Annehmlichkeit ist in der englischen Landschaft ein seltener Luxus. Hier wird vom Wanderer erwartet, dass er seinen Weg selbst findet und sich im Gelände zurechtfindet, oft nur mit Karte und Kompass als Hilfsmittel.

Idyllischer Blick auf den See Buttermere, eingebettet in die hügelige Landschaft des Lake District, England.
Buttermere Lake in Cockermouth, Lake District, liegt inmitten einer atemberaubenden Landschaft und strahlt Ruhe und Erhabenheit aus.
Idyllischer Blick auf den See Buttermere, eingebettet in die hügelige Landschaft des Lake District, England.
Buttermere Lake in Cockermouth, Lake District, liegt inmitten einer atemberaubenden Landschaft und strahlt Ruhe und Erhabenheit aus.

Oliver: Diese Herausforderung erfordert einen guten Orientierungssinn und die Fähigkeit, das Gelände richtig zu lesen. Es erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit der Umgebung und schärft das Bewusstsein für die Natur.

Wandern in England ist also nicht nur ein körperliches, sondern auch ein geistiges Abenteuer, bei dem jede Wegkreuzung und jeder Pfad eine Entscheidung erfordert und das Erreichen des Ziels umso befriedigender ist.

Ganzjähriges Wanderparadies

Englands moderate Berge

Oliver: Die Höhen in England erreichen zwar nicht die schwindelerregenden Höhen der Alpen, aber gerade das hat seinen Reiz und seine Vorteile.

Idyllischer Blick auf Buttermere mit dem markanten Fleetwith Pike im Lake District.
Der Fleetwith Pike thront majestätisch über den ruhigen Gewässern von Buttermere.
Idyllischer Blick auf Buttermere mit dem markanten Fleetwith Pike im Lake District.
Der Fleetwith Pike thront majestätisch über den ruhigen Gewässern von Buttermere.

Oliver: Ohne die extremen Höhenunterschiede und die damit verbundenen alpinen Gefahren bietet England eine Landschaft, die das ganze Jahr über für Wanderer zugänglich ist. Während die Alpengipfel oft bis in den späten Frühling hinein schneebedeckt sind und Wanderungen auf höhere Routen beschränken, lädt die sanftere Topografie Englands zu jeder Jahreszeit zum Wandern ein. Von den frisch erblühten Farben des Frühlings über die üppige Fülle des Sommers und die goldene Pracht des Herbstes bis hin zur Stille und Ruhe des Winters findet man hier immer wieder Schönheit.

Die englischen Berge sind eine beständige Bühne für das Wandern, wo jede Jahreszeit ihre eigenen, einzigartigen Reize und Erlebnisse verspricht.

Sonne, Regen, Abenteuer

Das einzigartige Wanderwetter Englands.

Oliver: Das Wetter in England, geprägt durch die einzigartige Insellage im Atlantik, ist ein ganz anderes Erlebnis als in den Alpen. Hier, wo das Meer die Wetter Fronten formt und lenkt, ist das Klima von einer faszinierenden Launenhaftigkeit geprägt. Die englischen Berge, deren Höhen nicht, mit denen der Alpen konkurrieren können, sind Schauplatz eines ständigen Wechsels zwischen Sonnenschein und Regenschauern.

Die karge Schönheit des Dartmoors mit einem Wanderer, der sich dem Yes Tor nähert, im Hintergrund Aufhellungen und Regenwolken.
Ein einsamer Wanderer genießt die Stille auf dem Weg zum Yes Tor im Dartmoor, wo die Natur regiert.
Die karge Schönheit des Dartmoors mit einem Wanderer, der sich dem Yes Tor nähert, im Hintergrund Aufhellungen und Regenwolken.
Ein einsamer Wanderer genießt die Stille auf dem Weg zum Yes Tor im Dartmoor, wo die Natur regiert.

Oliver: Der Regen ist ein ständiger Begleiter, der die Landschaft in ein sattes Grün taucht und für immer frische Luft sorgt. Doch so schnell wie die Wolken aufziehen, kann der Himmel auch wieder aufklaren und die Sonne zum Vorschein kommen. Dieser tägliche Wechsel zwischen Sonne und Regen verleiht jeder Wanderung eine besondere Note und macht das Wandern zu einem Erlebnis, das Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erfordert. Es ist diese Unberechenbarkeit, die die englischen Berge und ihr Wetter so einzigartig macht und dem Wanderer eine ständig wechselnde Kulisse bietet.

Von London nach München

Vom Historiker zum Wirtschaftsprüfer.

Oliver: Nach meinem Geschichtsstudium sah ich mich mit der alltäglichen Realität konfrontiert: Ich brauchte einen Beruf, mit dem ich nicht nur meine Leidenschaft für Geschichte pflegen, sondern auch meine Miete bezahlen konnte.

Die Lösung fand ich in einer eher unerwarteten Richtung – ich entschied mich für eine Ausbildung in London zum Chartered Accountant, einem Wirtschaftsprüfer nach englischem Recht.

Oliver: Diese Entscheidung war der Sprung in eine vollkommen neue Welt. In den folgenden Jahren tauchte ich tief in die Welt der Zahlen und Finanzen ein, die so strukturiert und präzise ist, wie es die Geschichte oft nicht sein kann.

Diese Ausbildung gab mir nicht nur die Sicherheit, die ich suchte, sondern öffnete auch Türen zu neuen Herausforderungen und Möglichkeiten, die mein Leben nachhaltig prägen sollten.

Mein erster Job in München

Eine Entscheidung für die Berge.

Oliver: Nach vier Jahren intensiven Lernens und Arbeitens bot sich mir 1989 eine außergewöhnliche Chance: die Versetzung in das Münchner Partnerbüro meiner Kanzlei. Die Aussicht, meiner Sehnsucht nach den Bergen näherzukommen, war die treibende Kraft hinter dieser Entscheidung.

Doch mit dem Wechsel nach München kam auch der unvermeidliche Kulturschock. Deutschland mit seinen eigenen Sitten und Gebräuchen war eine Welt für sich. Doch trotz anfänglicher Verwirrung und Überraschung fand ich schnell ein Gefühl von Zugehörigkeit und Heimat.

Oliver: Die Nähe und der ständige Blick auf die majestätischen Alpen gaben mir ein Gefühl von Freiheit und Erfüllung, das ich in der flachen Landschaft Londons so vermisst hatte.

In München blieb ich bis 1991, bis zu meiner zweijährigen Weltreise.

Zurück nach Bayern

Finanzen führen im Haus der Maus

Oliver: München hat sich für mich erstaunlich schnell wie ein Zuhause angefühlt. Die unmittelbare Nähe zu den Bergen, die im krassen Gegensatz zur flachen Landschaft Londons steht, spielte eine entscheidende Rolle bei meiner Entscheidung, nach einer ausgedehnten Weltreise und einem weiteren Jahr in der britischen Hauptstadt endgültig nach München zurückzukehren. Die Alpen hatten es mir angetan.

Oliver: Doch dieses Mal war meine Rückkehr mit einer spannenden beruflichen Herausforderung verbunden. Ich bekam die einmalige Chance, die finanziellen Geschicke einer neu gegründeten Disney-Tochter zu leiten. Der Gedanke, für mindestens zwei weitere Jahre in München zu leben und für ein so ikonisches Unternehmen zu arbeiten, war aufregend.

Oliver: „Zwei weitere Jahre München sind cool“, dachte ich mir. Beruflich in die magische Welt von Disney eintauchen und privat die Nähe zu den Bergen genießen. Die Entscheidung, in München zu bleiben, war eine der besten meines Lebens.

München wird zum Zuhause

Unsere Familie wächst.

Oliver: Meine Frau Heather, die mich schon bei meinem ersten Abenteuer in München – damals noch als Freundin – begleitete, nahm die Herausforderung an, Deutsch zu lernen. Sie hat eine attraktive Stelle in ihrem Fachgebiet gefunden. Dieser Erfolg war für uns beide ein wichtiger Meilenstein und ein deutliches Zeichen, dass München für uns mehr als nur eine vorübergehende Lebensphase sein könnte.

Oliver: Die Geburt unserer drei Töchter hat unser Leben sehr bereichert. Doch mit der bevorstehenden Einschulung unserer Ältesten standen wir vor einer wichtigen Entscheidung: Bleiben oder weiterziehen? Wir sind geblieben.

Die Stadt bietet nicht nur eine ausgezeichnete Lebensqualität, sondern auch ein stabiles und förderliches Umfeld für die Ausbildung und Entwicklung unserer Töchter. Rückblickend war die Entscheidung, in München zu bleiben, eine der besten, die wir je getroffen haben.

Neue Stärke aus tiefem Verlust

Olivers Reise zur Selbstständigkeit.

Elmar: „Deine Frau ist kurz vor meiner ersten Frau Gabriele gestorben. Ich habe immer gedacht, dass der gleichzeitige Verlust von Frau und Job das Schlimmste ist, was passieren kann, und genau das ist dir passiert. Wie hast du diese enormen Herausforderungen gemeistert?“

Der schicksalhafte Sturm

Verlust und Trauer.

Oliver: Es traf uns wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Heather wurde im Januar 2019 unerwartet krank und verstarb nach nur vier Monaten tapferen Kampfes. Der Schock saß tief und der Schmerz zog uns fast den Boden unter den Füßen weg. In diesen Stunden schien es fast unmöglich, nach vorn zu schauen. Es war eine Zerreißprobe. Ich lernte jeden Tag aufs Neue, wie man ohne einen geliebten Menschen weiterlebt.

Oliver: Der Schmerz, der folgte, war mehr als nur emotional; es war eine tiefe Erfahrung, die mich zwang, die Zerbrechlichkeit des Lebens zu akzeptieren. Durch die Trauer zu navigieren, war eine der härtesten Prüfungen meines Lebens, aber sie lehrte mich auch, über den Verlust hinauszuwachsen und neue Stärke zu finden.

Ein schwerer Schicksalsschlag für unsere Familie. Es ist schwierig, nach einem solchen Ereignis positiv und motiviert in die Zukunft zu blicken.

Von Verlust zu Veränderung

Ich entwickelte Widerstandsfähigkeit.

Oliver: Kurz nachdem ich meine geliebte Heather verloren hatte, stand ich vor einer weiteren großen Veränderung: Meine Position bei Disney sollte nach London verlegt werden. Mitten in meiner Trauer verschaffte mir die Verzögerung des Umzugs durch die Corona-Pandemie eine unerwartete Atempause. Ich hatte ca. 14 Monate Zeit, mich mental und emotional auf diesen neuen Lebensabschnitt vorzubereiten.

Oliver Jackson verabschiedet sich von seinem Arbeitsplatz bei Disney und posiert neben einer fröhlichen, mannshohen Figur von Olaf Doll.
Ein Moment des Übergangs: Oliver Jackson posiert ein letztes Mal in seinem Büro bei Disney, mit einer mannshohen Figur von Olaf Doll.
Oliver Jackson verabschiedet sich von seinem Arbeitsplatz bei Disney und posiert neben einer fröhlichen, mannshohen Figur von Olaf Doll.
Ein Moment des Übergangs: Oliver Jackson posiert ein letztes Mal in seinem Büro bei Disney, mit einer mannshohen Figur von Olaf Doll.

Oliver: Diese Zeit war entscheidend, um mich mit dem Gedanken anzufreunden, sowohl meine verstorbene Frau als auch meine berufliche Heimat hinter mir zu lassen.

In den 27 Jahren bei Disney sind Kollegen zu Freunden und Mentoren geworden. Der Gedanke, die Gemeinschaft zu verlassen, die mich fast drei Jahrzehnte lang getragen hat, war zutiefst beunruhigend. In dieser Lebensphase, die von persönlichem Verlust und beruflicher Unsicherheit geprägt war, musste ich lernen, Widerstand zu leisten.

Von der Krise zur Chance

Mein Leben als Dozent und Berater

Oliver: Heute blicke ich mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit zurück. Die einschneidenden Veränderungen ermöglichten mir, innezuhalten und nachzudenken, was ich beruflich noch vom Leben erwarte. Es öffnete sich mir eine Tür zu etwas völlig Neuem – eine Chance, die ich vielleicht nie in Betracht gezogen hätte.

Die Entscheidung, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen und als Englischlehrer und Berater in meinem Fachgebiet tätig zu werden, hat mein Leben bereichert.

Diese berufliche Neuorientierung gibt mir die Freiheit, mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Heute kann ich spontan entscheiden, ob ich mit dir auf das Portlahorn gehe oder am Montag mit Freunden Skifahren.

Oliver: Selbst die Vorbereitungen für meine Englischkurse, die viel Zeit und Engagement erfordern, empfinde ich nicht als Stress, sondern als erfüllende Tätigkeit, die mir Freude bereitet.

Dieser neue Lebensabschnitt ist geprägt von einem Ausgleich, den ich vorher vermisst habe.

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